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Einblick · Recht

KI auf deiner Website: was seit August 2026 gilt

4 Min. LesezeitDaniel Narum
KI auf deiner Website: was seit August 2026 gilt

Kennzeichnung nach Art. 50, Auftragsverarbeitung, Löschfristen und zwei Urteile zur Haftung. Was ich bei jedem Chat standardmäßig einbaue.

Seit dem 2. August 2026 gilt: Wer einen Chat auf seiner Website betreibt, muss sichtbar machen, dass da eine Maschine antwortet. Dazu kommen der Datenschutz und eine Frage, die zwei Gerichte klar beantwortet haben: Wer haftet, wenn der Chat Unsinn erzählt? Hier ist, was ich weiß und was deshalb jeder Chat mitbringt, den ich erstelle. Das ist keine Rechtsberatung, sondern meine Praxis als Dienstleister; für deinen Einzelfall fragst du eine Anwältin oder einen Anwalt.

Kennzeichnung: der Besucher muss wissen, dass er mit KI spricht

Die KI-Verordnung verlangt, dass Menschen erkennen können, wenn sie mit einem KI-System sprechen. Das gilt ohne Übergangsfrist und ohne Ausnahme für kleine Betriebe, und zwar zu Beginn der Unterhaltung, nicht irgendwo im Impressum. Für KI-Texte, die vor der Veröffentlichung ein Mensch prüft und verantwortet, entfällt die Kennzeichnung in der Regel. Für den Chat nicht, denn da prüft niemand vorher.

Bei meinen Kunden ist das Teil der kurzen Einwilligung, die jeder Chat vor dem Start einholt. Sie sagt, dass eine KI antwortet, wie lange die Unterhaltung gespeichert wird und dass Mitarbeitende mitlesen und übernehmen können.

Datenschutz: drei Dinge, die stehen müssen

Ein Vertrag zur Datenverarbeitung. Der Chat schickt die Nachrichten deiner Besucher an den KI-Anbieter. Dafür braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung und, weil die Server in den USA stehen, die Standardvertragsklauseln. Bei mir steht dieser Vertrag, bevor die erste Nachricht fließt.

Ein Abschnitt in der Datenschutzerklärung. Welcher Anbieter, welches Land, welche Absicherung, wie lange gespeichert wird, und dass Mitarbeitende mitlesen und übernehmen können. Das Letzte vergessen viele.

Löschfristen, die wirklich laufen. Eine Frist in der Datenschutzerklärung, die niemand durchsetzt, ist ein leeres Versprechen. Bei mir werden Unterhaltungen nach 90 Tagen ohne Aktivität automatisch gelöscht, und jede Einwilligung ist so festgehalten, dass sie sich nachweisen lässt.

Haftung: der Chat ist du

Ein kanadisches Gericht entschied 2024 über den Chat einer Fluggesellschaft, der einem Kunden einen Trauertarif versprach, den es so nicht gab. Die Fluggesellschaft musste zahlen, weil sie nicht für richtige Auskünfte ihres Chats gesorgt hatte.

Das Oberlandesgericht Hamm urteilte im Mai 2026 über den Chat eines Anbieters für Schönheitsbehandlungen, der die Inhaber fälschlich als Fachärzte bezeichnete. Der Chat ist ein Werkzeug des Betriebs, und seine Aussagen gelten, als hättest du sie selbst gemacht, auch wenn die KI etwas erfindet.

Für dich heißt das: Was dein Chat sagt, sagst du. Ein Hinweis „Angaben ohne Gewähr" ändert daran nichts. Schutz gibt nur ein Chat, der nichts behauptet, was du nicht freigegeben hast.

Was jeder Chat von mir mitbringt

Vier Dinge sind bei mir Standard, keine Zusatzoption. Der Besucher weiß vor der ersten Antwort, dass er mit KI spricht. Ein Mensch kann jederzeit übernehmen, und der Besucher sieht das im Fenster mit Namen. Der Chat antwortet nur aus dem Wissen, das du freigegeben hast; bei Preisen, Terminen und Zusagen verweist er auf Telefon oder Formular. Unterhaltungen werden nach 90 Tagen gelöscht, und der Vertrag zur Datenverarbeitung mit dem KI-Anbieter steht, bevor der Chat live geht.

Was ich nicht erstelle: einen Chat für Praxen mit Gesundheitsdaten, ohne dass vorher geklärt ist, ob das vertretbar ist. Dabei unterstütze ich.

Was das für dich heißt

Du hast schon einen Chat auf der Seite. Öffne ihn als Besucher. Steht vor der ersten Antwort, dass du mit KI sprichst und wie lange gespeichert wird? Wenn nicht, ist das seit August 2026 ein Mangel, den du zuerst behebst.

Du überlegst, einen einzurichten. Frag den Anbieter nach drei Dingen: Vertrag zur Datenverarbeitung, Löschfrist, die wirklich läuft, und ob ein Mensch übernehmen kann. Wer eins davon nicht beantwortet, ist noch nicht so weit.

Du willst keinen Chat, aber KI-Texte auf der Seite. Lass jeden Text von jemandem prüfen, der die Verantwortung dafür übernimmt, und halte das fest. Dann entfällt die Kennzeichnung in der Regel, und für den Text stehst du gerade wie für jeden anderen auf deiner Seite.

Quellen

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI recherchiert und entworfen, redaktionell überarbeitet von Daniel Narum.

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