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Einblick · KI im Alltag

Chatbot DSGVO-konform: KI-Chat auf der Website

6 Min. LesezeitDaniel Narum
Chatbot DSGVO-konform: KI-Chat auf der Website

KI-Chatbot für die Website, datenschutzkonform: Hinweis im Chat, Auftragsverarbeitung, Speicherdauer, sensible Daten. Und wie unser Chat KIRA das löst.

Ein KI-Chatbot für deine Website ist schnell eingerichtet. Viele Anbieter versprechen „in fünf Minuten startklar“. Was dabei oft fehlt, ist alles, was nach dem Einfügen des Codes kommt: Wer liest die Nachrichten deiner Besucher, wo landen sie, wie lange bleiben sie dort, und was passiert, wenn jemand seine Diagnose in das Chatfenster tippt?

Hier steht, worauf du achten solltest, und wie ich das bei KIRA gelöst habe, dem Chat auf bydaniwp.dev, der auch auf den Websites meiner Kunden läuft. Das ist keine Rechtsberatung, sondern meine Praxis als Dienstleister. Für deinen Einzelfall fragst du deine Datenschutzbeauftragte oder eine Anwältin.

Was muss ein KI-Chatbot für die Website rechtlich mitbringen?

Vier Dinge stehen bei mir an erster Stelle.

Ein klarer Hinweis, dass eine KI antwortet. Seit dem 2. August 2026 verlangt Art. 50 der KI-Verordnung, dass Menschen erkennen können, wenn sie mit einem KI-System sprechen. Der Hinweis gehört an den Anfang des Gesprächs, nicht ins Kleingedruckte.

Ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Der Chat schickt die Nachrichten deiner Besucher an einen KI-Anbieter. Der verarbeitet sie in deinem Auftrag, und dafür verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag. Sitzt der Anbieter außerhalb der EU, braucht es zusätzlich geeignete Garantien nach Art. 46 DSGVO, in der Regel die Standardvertragsklauseln der EU-Kommission.

Eine Speicherdauer, die wirklich gilt. Personenbezogene Daten dürfen nicht länger gespeichert werden als nötig (Art. 5 Abs. 1 lit. e DSGVO). Eine Frist in der Datenschutzerklärung hilft nur, wenn auch wirklich gelöscht wird.

Ein Abschnitt in der Datenschutzerklärung. Welcher Anbieter, welches Land, welche Absicherung, wie lange gespeichert wird und wer mitliest. Das folgt aus den Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO.

Was ist mit sensiblen Daten?

Gesundheitsdaten, religiöse Überzeugungen oder Angaben zur Gewerkschaftszugehörigkeit gehören zu den besonderen Kategorien nach Art. 9 DSGVO. Für sie gelten strengere Regeln. Ein Chat kann nicht verhindern, dass jemand solche Daten eintippt. Er kann aber so gestaltet sein, dass er nicht danach fragt, und ein Hinweis vor dem Start kann Besucher bitten, keine sensiblen Angaben zu machen.

Für Praxen ist das die zentrale Frage. Bevor ich dort einen Chat einrichte, klären wir, ob das überhaupt vertretbar ist und welche Fragen der Chat gar nicht erst beantworten soll.

Wie arbeitet KIRA bei bydaniwp?

KIRA beantwortet Fragen von Besuchern zu Leistungen, Ablauf und Kontaktwegen. So arbeitet sie:

Erst die Einwilligung, dann das Gespräch. Bevor die erste Nachricht gesendet werden kann, bestätigt der Besucher diesen Text: „Ich stimme zu, dass meine Nachrichten durch den KI-Dienst Claude (Anthropic, USA) verarbeitet und 90 Tage gespeichert werden. Mitarbeitende können den Chat bei Bedarf mitlesen und übernehmen.“ Erst danach wird eine Sitzung angelegt. Gespeichert werden der Wortlaut der Einwilligung, die Fassung und der Zeitpunkt, damit sie sich später nachweisen lässt. Die IP-Adresse wird nicht im Klartext gespeichert, sondern nur als Prüfsumme.

Löschen nach 90 Tagen, automatisch. Jede Nacht läuft eine Löschung, die alle Gespräche entfernt, deren letzte Nachricht mehr als 90 Tage zurückliegt. Das gilt für alle Websites, auf denen der Chat läuft, auch für Gespräche, die ein Mensch übernommen hat.

Ein Mensch kann übernehmen. Möchte ein Besucher mit jemandem aus dem Team sprechen, schaltet der Chat auf Warten um, und das Team wird benachrichtigt. Wer übernimmt, schreibt direkt im selben Fenster weiter, und der Besucher sieht, dass jetzt ein Mensch antwortet. Ab dann antwortet die KI nicht mehr.

Nur freigegebenes Wissen. Der Chat antwortet aus einer Wissensbasis, die freigegeben ist. Auf Kundenseiten pflegst du sie selbst im Kundenportal. Interne Notizen und nicht freigegebene Vorschläge sieht der Chat nicht. Schnellantworten, die man per Knopf auswählt, kommen als fester Text, ganz ohne KI-Aufruf.

Kontaktdaten bleiben beim Betrieb. Bevor eine Nachricht an die KI geht, ersetzt der Chat Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Bankverbindungen und Anschriften durch Platzhalter. In der Antwort an den Besucher und im Portal stehen wieder die echten Angaben.

Klare Grenzen im Gespräch. Jedes Gespräch hat eine Höchstzahl an Nachrichten, die an die KI gehen. Gespräche mit einem Menschen sind davon ausgenommen. Links im Chat sind nur klickbar, wenn sie auf Webseiten, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern zeigen.

Vertrag und Datenschutztext gehören dazu. Meine Kunden bekommen den Vertrag zur Auftragsverarbeitung und einen Absatz für ihre Datenschutzerklärung, der Anthropic als Anbieter, die Standardvertragsklauseln, die 90 Tage und das Mitlesen durch Mitarbeitende nennt.

Wo liegen die Grenzen?

Ein ehrlicher Teil gehört dazu.

Die Daten gehen in die USA. KIRA läuft mit Claude von Anthropic. Die Nachrichten werden dort verarbeitet, abgesichert über die Standardvertragsklauseln. Das steht im Einwilligungstext, damit niemand überrascht wird. Wer das für seinen Betrieb ausschließt, sollte keinen Chat dieser Art einsetzen.

Sensible Daten erkennt der Chat nicht alle. Unter dem Eingabefeld steht seit Oktober 2026 dauerhaft der Hinweis, keine Gesundheits- oder Bankdaten zu senden. Namen, mit denen sich Besucher vorstellen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Bankverbindungen und Anschriften ersetzt der Chat durch Platzhalter, bevor eine Nachricht an die KI geht. Einen Namen ohne solchen Hinweis erkennt er nicht, und Gesundheitsangaben ersetzt er nicht. Für Praxen klären wir deshalb vor dem Start eigens, ob ein Chat passt.

Der Chat ist nicht unfehlbar. Er antwortet aus deinem Wissen, aber er kann sich irren. Was dein Chat sagt, wird dir zugerechnet. Deshalb verweist er bei Preisen, Terminen und Zusagen auf Formular oder Telefon, statt selbst etwas zu versprechen.

Ein Chat ersetzt kein Gespräch. Er fängt die zehn Fragen ab, die jeden Tag kommen. Für alles, was Abwägung braucht, bleibt ein Mensch zuständig.

Was das für dich heißt

Du hast schon einen Chatbot. Öffne ihn als Besucher. Steht vor der ersten Antwort, dass eine KI antwortet, bei welchem Anbieter und wie lange gespeichert wird? Frag deinen Anbieter, ob die Frist wirklich durchgesetzt wird und ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht.

Du überlegst, einen KI-Chatbot für deine Website einzurichten. Prüfe vorher, welche Fragen er beantworten soll und welche nicht. Je enger der Rahmen, desto weniger kann schiefgehen.

Du willst sehen, wie das bei mir aussieht. Auf der Seite KI-Lösungen steht, was jeder Chat von mir mitbringt. Oder du fragst KIRA direkt auf bydaniwp.dev. Wenn du eine Website mit Chat planst, erzähl mir im Briefing, was du vorhast.

Quellen

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